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"Schmiso" und "Buschi" und der Journalismus

Erst "Buschi", dann "Schmiso"! Wie etliche Medien vermelden, wird der Kommentator Florian Schmidt-Sommerfeld, genannt „Schmiso“, künftig bei Sky zu hören sein. Damit verlässt er die bekannte NFL-Sendung „ran“, die ihn einem größeren Publikum bekannt gemacht hat.

Ohne Frage: „Schmiso“ scheint ein hoffnungsvolles Talent zu sein, vielleicht ist er schon mehr als das – sonst würde ihn Sky sicher nicht verpflichten. Und dennoch offenbart er ein zumindest fragwürdiges Verständnis von Journalismus, wie eine kleine Anekdote zeigt.

Vor einem guten Jahr habe ich bei Twitter angemerkt, dass Frank Buschmann („Buschi“) kein Journalist mehr sei, wenn er für eine große Elektronik-Fachmarktkette Werbung macht. Daraufhin hat „Buschi“ meine Nachricht retweeted – versehen mit der Bemerkung, dass ich ein Moralwächter und spaßbefreit sei.



Damit kann ich gut leben – offenbar gilt man schon als Moralwächter, wenn man auf selbstverständliche Dinge hinweist. Vielleicht hat sich „Buschi“ auch etwas Unterstützung von seiner Community erhofft – und die kam prompt. Vor allem war es „Schmiso“, der seinem Kollegen zur Seite sprang und den Versuch unternahm, argumentativ irgendwie auf einen grünen Zweig zu kommen. Hier das Gespräch, wie es jetzt noch bei Twitter zu finden ist:

Seriös belegt? Man ziehe nur ein Journalismus-Lehrbuch zu Rate. Irgendeines. Bitte!

Es folgt die wichtigste Aussage von "Schmiso"...

 

(...dann folgte noch etwas Geplänkel, das hier nicht weiter interessiert.)

Fazit: Wer mit Werbung Geld verdient, wird journalistisch unabhängiger.

Möge sich niemand diesen Satz zu Herzen nehmen. Und „Schmiso“ würde ich wünschen, dass sich sein Verständnis von Journalismus und Werbung mittlerweile gewandelt hat.

Und falls es falsch rüberkam: Ich mag „Buschi“ und „Schmiso“, beide verstehen es auf ihre Art, Spiele wunderbar zu kommentieren – aber professionelle Kritik darf erlaubt sein, oder?