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Die nervigsten Fußballphrasen - Teil 2

Die Bundesliga überrascht dieser Tage: Mannschaften wie Paderborn und Köln grüßen von der Tabellenspitze, die vermeintlichen Urgesteine dümpeln dagegen im Tabellenkeller rum. Klar, alles nur eine Momentaufnahme, allerdings tut das der Bundesliga auch mal ganz gut. Genauso wie Paderborns Trainer André Breitenreiter, der unlängst bei den Kollegen des „Aktuellen Sportstudio“ einen erfrischenden Auftritt hingelegt hat. Gäbe es doch mehr Breitenreiters in diesem Geschäft…

Aus aktuellem Anlass präsentiere ich daher Teil 2 des beliebten und längst nicht fertigen Lexikons:

Die nervigsten Fußballphrasen

Philosophie: Manche sagen, der Verein müsse die Philosophie vorgeben. Andere meinen, der Trainer sollte die passende Philosophie bitte mitbringen. Doch ganz gleich, wer Recht hat: Mittlerweile ist es eine Zumutung, was im Fußball alles zur Philosophie erklärt wird. Vielleicht setzt der eine Verein auf junge Spieler. Der andere lieber auf erfahrene Stars. In beiden Fällen könnte man diesen Umstand einfach benennen. Mit dem großen Wort der Philosophie sollten alle selbsterklärten „Experten“ eher zurückhaltend umgehen. Allein sie tun es nicht.

Die Mannschaft hat mich gut aufgenommen: Der Klassiker nach einem Spielerwechsel. Tausende Spieler werden regelmäßig und ausnahmslos alle „gut aufgenommen“. Wer’s glaubt.

Ein ganz erfahrener Spieler: Wird gerne als Synonym für ältere Spieler verwendet, deren Leistung vor allem darin bestand, älter zu werden. Tatsächlich sagt diese „Erfahrung“ relativ wenig aus, denn auch Fußballer können über Jahre hinweg schlechte Leistungen bringen. Erfahren schlecht gewissermaßen.

Dosenöffner, Türöffner oder auch Brustlöser: Ähnlich dem Klassiker „Ein Tor würde dem Spiel guttun“ – relativ neu, aber längst abgegriffen.

Kompaktheit: Der Klassiker von Sport1-Mann Thomas Strunz und vielen weiteren „Experten“. Es vergeht kaum eine Sendung ohne „fehlende“ oder „mangelnde“ Kompaktheit. Aufschlussreicher wäre es, wenn die „Experten“ das mal genauer ausführen würden. Doch daran scheitern sie regelmäßig. Kompaktheit klingt aber auch gut, eine erschöpfende Analyse.

Jung und hungrig: Zugegeben: Dieses sprachliche Bild nötigt mir eine gewisse Sympathie ab. Die Vorstellung, dass ein Spieler gerade im Aktivenbereich Fuß fasst und einfach nur kicken will – ja, das gibt es bestimmt. Und es ist gut so. Allerdings wird dieses sprachliche Bild derart häufig verwendet, dass es seinen Reiz mittlerweile verloren hat. Schade.

Der Verein hat tolle und Fans und ein tolles Umfeld: Was sollen Neuverpflichtungen auch anderes sagen? Immerhin fragen Journalisten gerne nach, warum sich Spieler X für Verein Y entschieden hat. Wer die tollen Fans und das Umfeld lobt, macht im Grunde nichts falsch. Aber auch keine Anstalten, echtes Interesse am neuen Verein zu zeigen. Als Fan könnte ich auf ein solches „Bekenntnis“ gerne verzichten. Oder sollte es Spieler geben, die sich in der Geschichte ihres Vereins ein wenig auskennen? Sie sind vermutlich in der Minderheit.