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Die Premiere rückt näher

Wenn am kommenden Freitag die Wormser Nibelungenfestspiele ihre Premiere feiern, ist das der Anfang vom Ende: Dieter Wedel, langjähriger Regisseur und Intendant, hat seinen Vertrag nicht verlängert und wird Worms in wenigen Wochen den Rücken kehren. Doch der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel hat vorgesorgt:

Mit Nico Hofmann konnte er den erfolgreichsten deutschen Filmproduzenten verpflichten. Es sei ein hartes Stück Arbeit gewesen, eine solche Größe nach Worms zu locken, sagt Kissel. Ohne Frage: Das war ein Coup, der dem Wormser OB zunächst mehr Kritik als Lob eingebracht hatte. Er habe Wedel – entgegen ursprünglicher Aussagen – nicht in die Nachfolgesuche eingebunden, monierten die Kritiker. Doch auf was hätte Kissel warten sollen? Bis Wedel Anfang August seine Zelte abbricht? Es wäre für ein Stadtoberhaupt geradezu verantwortungslos gewesen, die Zeit einfach verstreichen zu lassen. Der Intendant ist die zentrale Figur und für die Zukunft der Nibelungenfestspiele von entscheidender Bedeutung. Insofern sollten alle Wormser (Kulturinteressierten) dankbar sein, dass Kissel offenbar einen guten Draht zu Hofmann pflegt.

Doch was bleibt nach der Ära Wedel?

Dieter Wedel hat die Festspiele geprägt wie keine andere Figur. Er hat namhafte Schauspieler nach Worms geholt, sich schwieriger Themen angenommen und vor allem: für Aufmerksamkeit gesorgt. Es ist ihm hoch anzurechnen, dass er über Jahre hinweg nichts an Elan eingebüßt hat. Das legen zumindest die Aussagen vieler Schauspieler nahe, die schon mehrere Inszenierungen begleitet haben. Am Freitag dann die letzte Premiere für Wedel in Worms. Wie wird er den zweiten Teil („Born this way“) auf die Bühne bringen? Bisher ist wenig bekannt, aber lange müssen wir uns nicht mehr gedulden.

Bildquelle: Rudolf Uhrig